Error! – Analog/Digital Overlaps

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Auch Bücher – die traditionellen auf Papier gedruckten – sind heutzutage stets irgendwie digital. Die Spuren hiervon werden zumeist gut verwischt. Aber nicht immer…

Quelle: Lewandowski, Dirk, „Query Understanding”, in:  Ders. (Hrsg.), Handbuch Internet-Suchmaschinen 2: Neue Entwicklungen in der Web-Suche, Heidelberg: Akademische Verlagsgesellschaft 2011, S. 55-75, 61.

A Reflection on Pattern Matching

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Information Visualization

Recently the Zeit Magazin published this map showing the distribution of male and female forenames in German town names. It shows that male names appear more commonly in the names of towns. At least that is what it is supposed to prove. But looking at it more closely I couldn’t shake off the feeling of unease. There seems to be something very wrong with this visualization.

info-viz-citynames

It is obviously based on the idea that character patterns of names, like H-E-I-D-E, have to stand for names. Yet, what if the same character string is used as a term that stands for a specific kind of landscape, like H-E-I-D-E (heathland) again. The magic word here is homonyms and it is just the beginning. Another questionable decision of the creator of this map is that he (or she) doesn’t care very much for compound nouns such as Frankenthal. Of course this town name contains the male forename Frank, but what is “enthal” supposed to mean in this context? Frankenthal might as well be treated as a compound of “Franken” and “thal” and as a result not refer to a name but to a region. Assumed that it wasn’t supposed to be about real names but about character patterns of names the visualization raises even more questions. Think of the Name “Alf” in Alfeld. Why is this pattern a name but not the “alf” in Bleialf, Saalfeld, Thalfang, Valfitz, …?

Engemann on ‘What’s in a Name’

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At the 28c3 congress Christoph Engemann gave an interesting presentation about identity regimes from 1500 to the 2000s. The Powerpoint of the worthwhile talk is available for download as pdf. His main focus is on the media history of Identity-Regimes but the bottom line of his talk is the assumption: “To govern is to address”. With this conclusion five theses or – as you will – general observations go along:

  1. Naming and identity regimes emerge in economic, military, colonial, social-welfare, migratory contexts.
  2. Names are not a matter of choice, they are mandatory in any modern nation state.
  3. The reference of the law ist he body. (Problem: Gap between the body and the document).
  4. Identity is duplication – controlled duplication with registers. (Identity regimes are means of monopolizing the registers).
  5. Identity systems are media systems changing as media change.

There is not much to criticize about the historic narrative he develops, yet in regard to digital culture the examples mentioned seem to be a little biased towards governmental Identity-Regimes. But of course, there was not enough time to dwell deeper into the pressing questions of contemporary digital culture. This leaves me wondering what might be the right balance between historical background and analysis of present day developments in media historic/media theoretic reflections?

Craig Dietrich on the Limits of the Relational Data Model

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Allgemein


Craig Dietrich’s talk “When Relational Isn’t Enough: Software Architectures for Scholarly Production” at the Critical Code Studies conference 2010. His argument seems to be:

1. WordPress is not intrinsically good – especially when used for scholarly production (I can agree to this!)
2. WordPress runs on MySQL which is a relational database. (Dead-on!)
3. WordPress is too limited because it makes use of a relational database. (OK, OK, I would agree that relational database technologies have serious shortcomings and shouldn’t be treated as the Swiss army knife of data processing, but it seems to me that Dietrich is jumping to his conclusion. Why? Because the alternative he proposed to relational databases are Semantic Web technologies which are not at all incommensurable to the structure and logic of relational databases.)

Der Turm von Babel und Claude E. Shannon

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Gedachtes / Gefundenes

Die mathematische Informationstheorie Claude Shannons gilt als eine der wichtigsten Grundlagen für die zahlreichen medientechnologischen Innovationen in der  zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit der Formulierung der Theorie in den 1940er Jahren begann, so eine weitverbreitete Überzeugung, das Zeitalter der Information. Folgenreich war Shannons Ansatz nicht zuletzt deshalb, weil er es erlaubte die Rechenmaschine Computer als Informationsmaschine zu begreifen.

Ist Information mathematisch präzise definiert, dann sind Computer als Universale Turing Maschinen dazu prädestiniert Informationen zu verarbeiten. Den Beweis hierfür hatte Alan Turing bereits 1936 vorgelegt, als er zeigte, dass eine Maschine alles berechnen kann, was sich berechnen lässt. Verwunderlich ist deshalb vielleicht nicht, dass Shannon in den Jahren nach der Publikation der Mathematical Theory of Communication mitunter als Heiland oder Heilsbringer betrachtet wurde. Hiervon zeugt beispielsweise ein kleines Gedicht, welches Robert Fairthorne in einer Fußnote zu dem Text The Theory of Communication zitiert:

‚Cain and Abel
Built the Tower of Babel.
If they had heeded the canon
Of Dr. Claude Shannon,
It would have proved more stable.’

Leider führt Fairthorne keinen Quellennachweis für diese lyrische Miniatur an. Unglücklich ist dies insbesondere deshalb, weil weder Google noch der kleine Bruder Bing das Gedicht kennen (Hinweise über den Verfasser oder weitere literarische Einlassungen zu Shannons Theorie können gern im Kommentar hinterlassen werden).

Möglicherweise hat Fairthorne das Gedicht auch frei erfunden. Instruktiv ist es aber ungeachtet seiner unklaren Herkunft, da es in nur fünf Zeilen zum Ausdruck bringt, welches Potenzial Shannons Informationstheorie in den 1950er und 60er Jahren zuerkannt wurde.

Heute sollte man wissen und Fairthorne war sich dessen bereits 1954 bewußt, dass mit der nachrichtentechnischen Definition des Informationsmaßes das Problem der Information nicht umfassend geklärt wurde. So würdigt Fairthorne das zitierte Gedicht mit dem kurzen und bissigen Kommentar: „The poem is technically, as well as scripturally, unsound“ (Fairthorne 1961 [1954]: 66). Shannon wäre wohl einer der Ersten gewesen, der dieser Feststellung beigepflichtet hätte. Auch er glaubte nicht daran, dass ein Begriff ausreicht, um alle Aspekte des Umgangs mit Informationen zu erklären:

„The word ‚information’ has been given many different meanings by various writers in the general field of information theory. It is likely that at least a number of these will prove sufficiently useful in certain applications to deserve further study and permanent recognition. It is hardly to be expected that a single concept of information would satisfactorily account for the numerous possible applications of this general field.“  (Shannon 1953: 105)

Dieser kleine Text Shannons ist weitaus weniger bekannt als The Mathematical Theory of Communication. Mit Sicherheit ist dies nicht zu Unrecht der Fall. Aber vielleicht wäre es wichtig, ihn öfter neben und mit dem Haupttext Shannons zu lesen.

 

Fairthorne, Robert Arthur, „The Theory of Communication”, in: Towards information retrieval, London: Butterworths, 1961, S. 64-79.
Shannon, Claude E., „The lattice theory of information”, in: Transactions on Information Theory, IEEE, 1, 1, 1953, S. 105-107.

Zitat(e) der Woche der Monate (pt. 1): Rauschen

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Gelesenes

Das Rauschen respektive die Störung sind zwei der resilientesten Denkfiguren der Medientheorie. Als Modell der Medienerkenntnis, verbürgen Sie die Einsicht in die Logik des Medialen im Aussetzen der Funktion von Medien. Michel Serres, jener Denker der Engel und des Parasiten, wusste bekanntlich einiges zum Rauschen zu schreiben. Nicht weil mit folgenden Passagen aus Hermes I alles zu diesem Thema gesagt wäre, sondern weil es gerade nicht so ist, sind es meine Zitate der Woche

Einen Dialog führen heißt einen Dritten setzen und ihn auszuschließen versuchen. Gelungene Kommunikation ist der erfolgreiche Ausschluß dieses Dritten. Das dialektische Grundproblem ist nicht das Problem des Anderen, der ja lediglich eine Abart – oder eine Variation – de Selben ist, sondern das Problem des dritten Menschen. Diesen dritten haben wir an anderer Stelle den Dämon genannt, das personifizierte Rauschen“ (Serres 1991 [1968]: 50).
„[W]enn ich ein Quadrat und dessen Diagonale in den Sand zeichne, dann habe ich keineswegs die Absicht, über diese unsicher gezeichnete, unregelmäßige und ungenaue Figur dort im Sand zu sprechen, vielmehr meine ich damit die ideale Form der Diagonalen und des Quadrats; ich eliminiere alles Empirische, nehme der Argumentation jede Stofflichkeit. Indem ich das tue, mache ich Wissenschaft möglich, sowohl was die Strenge als auch was die Wahrheit angeht, aber auch was das Universale betrifft, das Universelle an sich. Indem ich das tue, beseitige ich alles, was die Form verdeckt: die Kakographie, den Lärm und das Rauschen, und ich ermögliche eine Wissenschaft im Universellen für uns. Die mathematische Form ist zugleich eine Universalie an sich und eine Universalie für uns. Daraus ergibt sich, daß die erste Anstrengung, die Kommunikation innerhalb eines Dialogs gelingen zu lassen, und die Anstrengung, eine Form unabhängig von ihren empirischen Realisierungen zu machen, isomorph sind. Die empirischen Realisierungen sind die Dritten der Form, ihre Störungen und ihr Rauschen“ (Serres 1991 [1968]: 53f.).

„Alles Empirische auszuschließen heißt, die Unterschiede und Vielfalt der Anderen auszuschließen, die das Selbe verdecken. Dies ist die erste Aktion der Mathematisierung und Formalisierung“ (Serres 1991 [1968]: 54).

„Das Rauschen ist das Empirische der Nachricht, und das Empirische ist das der Form anhaftende Rauschen“ (Serres 1991 [1968]: 56).

Ohne Kommentar, aber dafür mit Quellenangabe: Serres, Michel, Hermes I: Kommunikation, Berlin: Merve 1991.

Nutzlose/Ultimative Maschine

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Gefundenes / Gelesenes

Nichts ist so alt, wie der YouTube-Quotenhit von letzter Woche. Deshalb mag es vielleicht rückständig erscheinen, wenn ich mich im Folgenden einem Video widme, dem bereits vor einigen Monaten seine sprichwörtlichen 15 Minuten Ruhm zukamen. Protagonist des 18-sekündigen Clips ist eine kleine unscheinbare Maschine, die bestehend aus einer rechteckigen Holzbox, auf ihrem Deckel einen Kippschalter montiert hat. Legt man diesen um, öffnet sich die Box und ein herausfahrender Arm schaltet die Maschine wieder aus. Eigentlich ist das ganze recht unspektakulär, da der einzige Zweck der Maschine darin besteht sich selbst auszuschalten. Hiermit erklärt sich auch die Kürze des Videos. Länger als 18 Sekunden kann man sich dies nicht anschauen. Dennoch hat diese kleine Box den Nerv der Zeit getroffen und die Herausgeber des Make Magazine, in deren 23. Ausgabe eine Bauanleitung für diese Maschine erschien, einen PR-Coup gelandet. Haben sie doch das Prinzip des Technischen auf seinen Nullpunkt zurückgeführt und die sinnloseste Maschine aller Zeiten gebaut. So dann auch der Titel des Videos: most useless machine ever!

Nach der Veröffentlichung ist dieses filmische und technische Kleinod durch unzählige Blogs zirkuliert. Da eigentlich nicht viel zu diesem Video respektive dieser Maschine zu sagen ist, waren die Reaktionen der Netzgemeinde eher wortkarg und die Faszination nur von kurzer Dauer. Auch mir rang es kaum mehr als ein kurzes Lachen ab, bevor ich mich wieder anderen (vermeintlich) wichtigeren Dingen zuwandte. Und so dachte ich nicht weiter daran, bis ich kürzlich Axel Rochs Buch über Claude E. Shannon, dem Begründer der Informationstheorie, zur Hand nahm. Read More

Gegenläufiges Beginnen

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Gedachtes

Bloggen ist heute keine große Sache mehr, leben wir doch in Zeiten in denen Blogs wie Unkraut aus dem Boden schießen, aber auch sterben wie die Fliegen. Und dennoch, ein neuer Blog – im Singular – schafft eine Sache; hat sich doch jemand (ich – wer auch immer dies sei) dazu entschieden, dass es irgendwie wert sei zu bloggen. Wie immer stellt sich, stelle ich mir die Frage des Anfangs. Beginnen aber wie? Doch mit dem Stellen dieser Frage ist es längst geschafft – unumwunden hat sich die in die Zukunft gerichtete Frage in eine gewesene Tatsache gewandelt. Es ist begonnen. Und doch, es bleibt ein schaler Nachgeschmack, denn das Beginnen, gerade noch Präsens, bald schon Vergangenheit, kommt viel zu spät. Ich fühle mich ein wenig wie ein Antiblogger, steht mein Bloggen doch dessen Ideologem des Innovativen und des Aktuellen entgegen. Meinem Unternehmen Blog wohnt in gewissem Sinne eine Gegenläufigkeit inne, vergleichbar vielleicht mit dem Antipreneur, dem Gegenspieler des Entrepreneurs. Read More